Links zum Wochenende #18

Weihnachten ist zwar vorbei, aber interessant ist dennoch, was Gunther Hirschfelder über die festtäglichen Ernährungsgewohnheiten zu sagen hat. Der  Anthropologe forscht über die Kulturgeschichte des Essens und erzählt im Interview über die sich wandelnden Essgewohnheiten zu Weihnachten und im Alltag.

Fair produzierte Computer gibt es nicht: Die Frage nach der Herkunft unseres Essens, unserer Kleidung aber auch der Inhalte unserer diversen technischen Geräte treibt immer mehr Menschen um. Es wird wohl noch lange dauern, bis man guten Gewissens ein neues Handy oder einen neuen Rechner erwerben kann. Auf dem Ende Dezember 2013 in Hamburg abgehaltenen Chaos Communication Congress (#29C3) wurde diese Frage ebenfalls diskutiert. Einige Hintergründe beleuchtet Zeit Online, u.a. geht es dabei um Nager IT, eine deutsche Firma, die eine faire Computermaus herstellt.

Rebellion in der zentralafrikanischen Republik: Während der Feiertage rückten die Rebellen der „Séléka“ in der Zentralafrikanischen Republik weiter auf die Hauptstadt Bangui vor. Präsident Bozize hat am 2. Januar seine Bereitschaft zu Verhandlungen erklärt, nachdem die Rebellen immer weiter vorgerückt waren. Solche Verhandlungen könnten ab nächster Woche in Gabun stattfinden. Mehr dazu bei DW und bei AfrikaEcho.

Assoziieren wir Afrika mit seinen Landschaften, nicht mit Hunger, so der Untertitel der neuen Kampagne „Food for all“ von Oxfam UK („Let’s make Africa famous for its landscapes, not hunger“). Die Kampagne entstand, nachdem eine Studie in England herausfand, dass fast die Hälfte aller Befragten Hunger als größtes Problem in Bezug auf Afrika ansieht, aber 4 von 5 Befragten davon überzeugt sind, selbst keinen Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände leisten zu können. Dies lässt den Schluss zu, dass die weit verbreitete negative mediale Berichterstattung über Afrika vielen Menschen den Eindruck vermittelt, es sei hoffnungslos, sich zu engagieren. Mit seiner Kampagne möchte Oxfam daher das Afrikabild der Öffentichkeit positiv beeinflussen, um die Menschen dadurch wieder mehr zu eigenen Aktivitäten (Engagement und/oder Spenden) zu  motivieren.

Drittmittel: Nur noch ein Selbstzweck? Interessante Parallelen zwischen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit und drittmittelfinanizerter Forschung an Universitäten zeichnet der Bielefelder Soziologe Stefan Kühl in einem Beitrag für die SZ. Kühl schreibt, dass die die Beschaffung von Drittmitteln an Universitäten immer mehr zum Selbstzweck wird, anstatt ihren eigentlichen Sinn, nämlich laufende oder geplante Forschung zu ermöglichen und zu stützen, zu erfüllen. Insbesondere stört ihn, dass von einwerbenden Universitäten auch Eigenleistungen erwartet werden, ebenso wie dies bei Entwicklungsprojekten der Fall ist. Die Frage nach der Eigenbeteiligung ist auch in der Entwicklungszusammenarbeit nicht unumstritten – denn ähnlich, wie Kühl es am Beispiel der Universitäten beschreibt, stellt sich die Situation auch in der EZ dar: Die Einwerbung von Drittmitteln wird auch für viele NGOs zu einem immer bedeutenderen Thema. Da die Drittmittel meist an bestimmte Vorgaben geknüpft sind, führt dies in vielen Fällen dazu, dass Projekte nach den Vorgaben der Geber konzipiert werden und weniger an lokale Gegebenheiten angepasst oder an bestehende Vorhaben angehängt werden können.

Bilderstrecken, Afrika 2012: AllAfrica präsentiert in seiner Bilderserie „Striking Images of 2012“ eine Auswahl von Fotos zu Afrika-Themen. AUßerdem gibt es dort eine ganze Reihe weiterer spannender Fotogalerien. Durchklicken!

Neu im Blog: Wessen Versagen eigentlich?  – Die westliche Berichterstattung über die Gruppenvergewaltigung ist voller Klischees und vergisst, dass „bei uns“ im Westen sexualisierte Gewalt leider auch alltäglich ist. Kein Grund, mit dem postkolonialen Finger auf Indien zu zeigen.

„Es muss eben auch einmal ordentlich wehtun“: Gestern ist „Paradies: Liebe“ von Ulrich Seidl in den deutschen Kinos angelaufen. Der Spielfilm erzählt von Österreicherinnen, die als Sextouristinnen in Kenia Urlaub machen. Lesenswerte Rezensionen gibt es bei kino-zeit.de und der taz. Und hier der Trailer:

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