Es herrscht Krieg zwischen Südsudan und Sudan

Was viele befürchtet hatten, scheint in diesen Tagen leider wahr zu werden: Ein neuer Krieg zwischen Südsudan und Sudan. Aus dem Bürgerkrieg, der mit dem Friedensschluss von 2005 und der Unabhängigkeit des Südsudan 2011 ein Ende finden sollte, könnte nun ein Krieg zwischen zwei souveränen Staaten werden.

Nachem Südsudan das strategisch bedeutende Ölfeld Heglig in der vorigen Woche erobert hat, bekriegen sich die Armeen nun mit Luft- und Artillerieangriffen. (Gekämpft wird zzt. westlich der rot eingezeichneten Region Abyei).

Heglig, offiziell zum Norden gehörig, ist schon lange ein strittiger Punkt, da beide Seiten, Süden wie Norden, das Gebiet für sich reklamieren. Eine Kommission hatte im Zuge der Grenzziehung zwischen beiden Staaten festgestellt, dass Heglig zum Norden gehöre, was der Südsudan aber bis heute nicht anerkennt. Dominic Johnson beschreibt weitere Hintergründe in der heutigen taz.

Der Journalist Alan Boswell berichtet vor Ort, dass es seit der vergangenen Woche immer wieder zu Kämpfen mit dutzenden Toten zwischen den Armeen beider Länder gekommen ist. Beunruhigend ist seine Feststellung, wonach Rebellen aus Darfur, zum Teil mit Kampferfahrung und Waffen aus dem Bürgerkrieg in Libyen, auf der Seite der südsudanesischen Armee kämpfen.

Auf Facebook ist heute außerdem zu lesen, dass die südsudanesischen Parlamentarier 10% ihres Verdienstes an das Militär abgeben.

Rückblick: Im Juli 2011 erklärte der Südsudan seine Unabhängigkeit vom Norden, nachdem seit den 1950er Jahren zwei jahrzehntelange Bürgerkriege zu Massenvertreibungen, Elend und Millionen Toten geführt hatten.

Von vielen vorausgesagt worden ist, dass das Öl, das im Grenzgebiet der beiden Staaten gefördert wird, großes Konfliktpotenzial besitzt.

Nach der Unabhängigkeit verlangte Sudan von Südsudan hohe Durchleitungsgebühren für das Öl, das im Süden gefördert, aber nur über Pipelines, die durch den Norden verlaufen, abtransportiert werden kann.

Südsudan stellte zu Beginn dieses Jahres die Ölförderung ein. Mit der Besetzung von Heglig sollen nun anscheinend Fakten geschaffen und der Besitzanspruch des Südsudan darauf zementiert werden.

Ein Kommentar

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