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Kriegerin: Krasses Kino

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Vorgestern habe ich den Film „Kriegerin“ gesehen, als Abschlussfilm des Regisseurs David Wnend an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ gedreht und inzwischen vieldiskutiert und bereits mit Preisen ausgezeichnet.

Es geht um Marissa, Anfang 20, gewaltbereites Mitglied einer Naziclique, deren Weltbild nach einer Begegnung mit zwei afghanischen Flüchtlingen ins Wanken gerät. Gleichzeitig stößt die einige Jahre jüngere Svenja zur Clique und wird allmählich so aggressiv, wie Marissa zu Beginn.

Weswegen ich den Film sehen wollte, war die absolut überzeugende Darstellung der Marissa durch Alisha Levshin, die ich in der Vorschau gesehen hatte und alleine dafür lohnt es sich auch, ins Kino zu gehen. Absolut beeindruckend und überzeugend.

Das Thema des Films ist erschreckend aktuell; nachdem im Herbst 2011 die Zwickauer Zelle aufgeflogen ist, wird wieder verstärkt über Rechtsradikalismus diskutiert und insbesondere auch die Rolle der Frauen hierbei (auch ich hatte dazu etwas geschrieben).

Der Film hat überwiegend positive Kritiken erhalten, in linken Medien ist die Betrachtung kritisch bis ablehnend. Die Vorwürfe lauten, dass die dargestellten Nazis zu sehr dem Klischee entsprechen (gewalttätige SäuferInnen und MitläuferInnen), die alle in ihren Familien Ablehnung erfahren und in der Naziclique ein Zugehörigkeitsgefühl erleben. Das kann ich nachvollziehen, vor allem den Einwand von Michael Bergmann in „Jungle World“, wonach „die Beschäftigung mit der eigenen Rolle und dem Rassismus der Mehrheitsgesellschaft (…) unnötig [bleibt].“

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Hinter jedem starken Mann…

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… steht eine starke Frau, so ein beliebter Spruch.

http://jedalexander.blogspot.com/2009/01/new-yes-we-can-all-weather-stickers.html

Heute schreibt die SZ über Michelle Obamas Einfluss auf ihren Mann, den Präsidenten der USA, garniert mit der Überschrift „Heimliche Herrscherin“. Anlass ist ein in den USA erschienenes „Enthüllungsbuch“ – ein Begriff, der selten Gutes ahnen lässt.

Der Artikel bringt wenig Neues, außer der Erkenntnis, dass Obama sich anscheinend vor wichtigen Entscheidungen mit seiner Frau (!) berät, die wiederum nicht immer einer Meinung mit seinen Beratern ist. Aber was bitte soll denn so skanadlös daran sein, dass der Präsident der USA sich in wichtigen Fragen mit seiner Frau berät (die – oho – öfters nicht der gleichen Meinung wie die präsidentialen Berater ist)?

Ist es nicht selbstverständlich, dass sich Paare, die in einer gleichberechtigten Beziehung leben, oft gegenseitig um Rat fragen und auch gegebenenfalls die Meinung des Partners zum Anlass nehmen, die eigene Meinung in Frage zu stellen oder gar zu revidieren? Auch und gerade in beruflichen Dingen?

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Lebensmittelskandal # 38592

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Kein Jahr vergeht ohne Lebensmittelskandal, und kein Jahr vergeht, ohne dass auf entsprechende Dinge hingewiesen wird, ohne dass längst bekannt wäre, dass hier Probleme bestehen, die dringend einer Lösung bedürfen. Zum Beispiel einer schärferen Gesetzgebung.

Heute in den Medien: Hähnchenfleisch aus Supermärkten ist verseucht mit resistenten Bakterien. Details darüber, was sich dahinter verbirgt, hat Arnim, der Dipl-Bio, verständlich zusammengefasst.

Ich schließe mich dem voll an. Wer Billigfleisch aus dem Supermarkt kauft, ohne sich zu fragen, wie es sein kann, dass das Fleisch dort zu absurd niedrigen Preisen verkauft wird, ist mittlerweile selbst schuld. Zu viele Skandale gab es in der Vergangenheit und inzwischen sind eine Menge guter Filme, TV-Dokumentationen und Bücher zum Thema in der Welt.

Leider ist die Lebensmittelindustrielobby viel zu mächtig, weit mächtiger, als es die Verbraucherschutzlobby ist. Und leider vereint die Bundesregierung die Zuständigkeit für beides, für Lebensmittelindustrie und Verbraucherschutz in ein und demselben Ministerium. Notwendigerweise bleiben da immer Interessen auf der Strecke – leider meist die der VerbraucherInnen.

Was ist los im Südsudan?

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Am 9. Januar jährt sich zum ersten Mal der Tag, an dem die Südsudanesen aufgefordert waren, in einem Referendum über eine mögliche Unabhängigkeit ihres Landes vom Nordteil des Sudan zu entscheiden. Nachdem sich eine große Mehrheit dafür entschied, wurde der Südsudan am 9. Juli 2011 ein unabhängiger Staat.

Viele BeobachterInnen begleiteten und begleiten den Friedensprozess innerhalb des vormaligen Sudan – nun der zwei Staaten Sudan und Südsudan – kritisch und es scheint, dass der Südsudan immer instabiler wird. Diente zuvor die gemeinsame Abneigung der meisten Südsudanesen gegen den Norden dem Zusammenhalt, so intensivieren sich innerhalb des unabhängigen Südsudan nun viele lange bestehende Konflikte und Konfliktlinien wieder.

In dieser Woche melden verschiedene Medien, dass es 3.000 Tote bei einem Zusammenstoß zwischen Angehörigen der Ethnien der Lou-Nuer und Murle im Bundesstaat Jonglei gegeben habe, darunter rund 2.200 Frauen und Kinder.

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Wahlausgang im Kongo –

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In zwei vorherigen Posts hatte ich ja bereits über die Wahlen in der DR Kongo berichtet, hier ein kurzer Bericht zur aktuellen Lage.

Der neue Präsident ist auch der alte: Joseph Kabila wurde vom Obersten Gerichtshof der DR Kongo zum Wahlsieger erklärt und hat bereits seinen Amtseid abgelegt.

Die Opposition erkennt das Ergebnis der Wahl jedoch nicht an; Oppositionskandidat Etienne Tshisekedi plant, sich am kommenden Freitag, den 23.12. selbst als Präsident auszurufen. Auch internationale Wahlbeobachter, die EU, das US-basierte Carter Center und die katholische Kirche sprechen ebenfalls von massiven Unregelmäßigkeiten (siehe z.B. die letzten Einträge bei Congo Siasa).

Die Lage ist gespannt und gekennzeichnet von Gewalt und Unsicherheit. Die BBC berichtet unter Berufung auf Human Rights Watch, dass seit die Polizei seit Ende der Wahl 24 Menschen getötet hat. Immer noch ist der Versand von SMS nicht möglich (der bereits vor den Wahlen Anfang Dezember im gesamten Land unterbunden wurde).

Sollte Tshisekedi sich tatsächlich morgen zum Präsidenten ausrufen, könnte das die Situation weiter verschärfen und dazu führen, dass die Prognosen, ein unklares Wahlergebnis könne Konflikte bis hin zum Bürgerkrieg auslösen, wahr werden lassen.

Spende für „das arme Kind aus Afrika“ – Filmtipp „White Charity“

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„White Charity“ – ein Film von Carolin Philipp und Timo Kiesel.

Viele weitere Informationen mit Literaturtipps und Downloads gibt es auf der Seite zum Film.

Spendenwerbung – was steckt hinter dem armen Kind aus Afrika?

Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit werben unzählige (Hilfs-)Organisationen um Spenden. Doch auch sonst begegnen einem übers Jahr immer wieder die großen Plakate mit den afrikanischen, asiatischen oder lateinamerikanischen Kindern, die „unsere“ Hilfe brauchen.

Der kürzlich erschienene Film „White Charity“ thematisiert diese Spendenwerbung deutscher Hilfsorganisationen im Hinblick darauf, wie die Darstellung nicht weißer Menschen rassistische und kolonialistische Klischees verfestigt und weiter tradiert.

Im Film kommen sowohl WissenschaftlerInnen als auch VertreterInnen der Organisationen zu Wort. Sehr interessant ist etwa, wie die Kulturwissenschaftlerin Peggy Piesche einzelne Spendenplakate „liest“; anhand konkreter Beispiele erklärt sie, wie subtil die Klischees funktionieren. Mehr

50 Jahre Tansania: Die Geschichte von Zawadi und Vanessa

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Lange habe ich überlegt, was ich noch zum Thema schreiben könnte, bis ich auf einen interessanten Beitrag im Mikocheni-Report gestoßen bin (dessen Betreiberin Elsie Eyakuze im aktuellen East African außerdem einen leidenschaftlichen Love letter to Tanganyika veröffentlicht hat).

Elsie hat zuletzt über die kürzlich in Dar es Salaam abgehaltene TEDxDar-Konferenz gebloggt, u. a. über den Vortrag des Parlamentariers January Makamba, in dem dieser exemplarisch zwei Tansanierinnen gegenüberstellt: Zawadi und Vanessa. Diese exemplarische Illustration, die – mit Einschränkungen – auch auf viele Nachbarländer Tansanias übertragbar ist, zeigt wie unterschiedlich „Frau sein“ in Afrika heute aussieht.

Während Zawadi (zu dt. „Geschenk“) die „typische Tansanierin“ repräsentiert, steht Vanessa für die moderne Tansanierin, zugehörig zu jenen 20% des Landes, die die höchsten Einkommen erwirtschaften.

Zawadi ist 17, isst selten Fleisch oder Fisch, geht überallhin zu Fuß, hat kein Handy, aber sieben Geschwister, hatte mit 17,5 Jahren zum ersten Mal Sex, hat mit 19 einen 5 Jahre älteren Mann geheiratet, bekommt ihr erstes Kind mit 19,5, ihr letztes mit 36 Jahren und lebt in einer ländlichen Gegend als Kleinbäuerin.

Vanessa wiederum wird studieren, lebt in einem Haus mit 4 Schlafzimmern, fährt fast überall mit dem Auto hin, hat eine 78%ige Chance auf bezahlte Arbeit, besitzt mehrere Handys oder Smarthphones, hat den ersten Sex mit 18.5, schließt ihr Studium mit 21 Jahren ab, heiratet mit 23 einen 3 Jahre älteren Mann, bekommt dann ihr erstes und mit 32 Jahren ihr letztes Kind.

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Tansania: 50 Jahre Unabhängigkeit

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http://www.laenderservice.de/landkarten/afrika/tansania.aspx

Am 9. Dezember von 50 Jahren wurde das damalige englische Mandatsgebiet Tanganjika zu einem unabhängigen Staat. Dies nehme ich zum Anlass, in den kommenden Tagen ein wenig mehr über das heutige Tansania zu schreiben. Durch mehrere Forschungs- und Arbeitsaufenthalte kenne ich das Land recht gut, es ist somit auch Teil meiner eigenen Geschichte geworden und ich verfolge, zurzeit aus der Ferne, mit großem Interesse die Zeitläufte in dem Land am indischen Ozean.

Geschichte Tansanias im Schnelldurchlauf

Auf dem Gebiet des heutigen Staates Tansania liegt eine der sogenannten „Wiegen der Menschheit“: In der Olduvai-Schlucht, im Norden gelegen, wurden in den 1930er Jahren Fossilien von frühen Vorfahren des Menschen gefunden. Seit dem 1. Jahrtausend n. Chr. wanderten verschiedene Völker in das Gebiet ein, zunächst Bantu-Völker, deren Vorfahren vermutlich aus dem heutigen Kamerun stammen. Im 2. Jtsd. n. Chr. begann dann die Zuwanderung nilotischer Hirten.

Die Jahrhunderte der Migration und Vermischung prägen Tansanias  ethnische Zusammensetzung bis heute. Die heutige Bevölkerung von etwa 41 Millionen Menschen setzt sich aus rund 120 ethnischen Gruppen und ebensovielen Sprachen zusammen. Dank der Verkehrssprache Swahili, die neben Englisch Amtssprache ist und die fast alle TansanierInnen sprechen, ist die Verständigung der Menschen untereinander jedoch gut möglich.

Swahili-Kultur und Sklavenhandel

Weit mehr als über die Geschichte der Menschen im Inland des heutigen Tansania ist über die Historie der Küste bekannt. Die Swahili-Kultur, basierend auf einer Bantu-Ethnie, aber mit starken arabischen und auch persischen Einflüssen, prägt die tansanische Küste bis hoch nach Kenia über Mombasa bis zur kenianischen Insel Lamu sowie vor allem das Sansibar-Archipel (bestehend aus den Inseln Unguja (oft verkürzt als „Sansibar“ bezeichnet) und Pemba).

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Neues zu den Wahlen in der DR Kongo

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Vor einer Woche hatte ich von den anstehenden Präsidentschaftswahlen in der Demokratischen Republik Kongo berichtet. Wie ist der Zwischenstand? Darüber einige kurze Bemerkungen – wer sich für Details interessiert, weiterlesen bei Kongo-Echo (deutsch), Congo Siasa oder BBC Africa  (beide englisch) oder Radio Okapi (französisch) .

Bis gestern waren rund die Hälfte der Wahlbüros ausgezählt, bisher führt Amtsinhaber Joseph Kabila vor dem aussichtsreichsten Herausforderer Etienne Tshisekedi mit über 2 Millionen Stimmen. Die staatliche Wahlkommission Ceni gibt die Ergebnisse schrittweise bekannt, allerdings nicht aufgeschlüsselt nach Wahlkreisen sondern nur nach Provinz.

Berichterstatter und Wahlbeobachter haben eine Reihe von Unregelmäßigkeiten im Verlauf der Wahl beobachtet. Mehr

Nichts – aber das in Teilzeit

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Gerade gesehen bei Alnatura.

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